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Hipp, Hopp und Robbienchen und der Osterhase

Jürgen Kleschnitzki

Es ist ein wunderschöner sonniger Tag im März auf der Insel Norderney. Alles ist friedlich, die Gänse verweilen im Gras der Salzwiesen und erholen sich von Ihren langen Flügen über die Weiten der Nordsee.

Auch Hipp und Hopp lassen ihre Seele baumeln und liegen am Deich im grünen Gras und lassen sich das Fell von den noch zarten Sonnenstrahlen wohlig erwärmen. Auch Robbienchen zieht ihre Bahnen durch das fast wellenlose Wattenmeer und fängt hier und da einen Fisch, um sich dann behaglich auf die sonnige Sandbank zurück zu ziehen und zu faulenzen.

In diese ruhige Idylle kommt ganz plötzlich die Hasenmama von Hipp und Hopp über die Deichkrone gehoppelt und ruft nach den beiden. „Hei, Hipp und Hopp, der Osterhase vom Festland hat auf unserem Möhrentelefon angerufen, ihr sollt ihm helfen, das Osterfest steht vor der Tür, und er kann die Arbeit allein nicht bewältigen! So viele Kinder haben ihm einen Brief mit all ihren Wünschen geschrieben. Er will morgen früh den gelben Osterhasenbus nach Norddeich schicken, der soll euch und Robbienchen dort abholen und zum Osterhausenhaus bringen!“
Bevor sich Hipp und Hopp auf den Weg in ihre Hasenhöhle tief in den Dünen machten, mussten sie noch Robbienchen informieren, dass sie am nächsten Tag zum Osterhasen auf das Festland mussten. Robbienchen sollte die beiden dorthin begleiten. Also liefen sie den Strand entlang bis zu der Stelle, die der Robbensandbank am nächsten war. Dort winkten sie mit ihren Hasenpfoten so lange, bis Robbienchen sie entdeckt hatte und sie mit ihren Flossen zurück winkte, um zu verstehen zu geben, dass sie Hipp und Hopp ebenfalls gesehen hatte.
Mit kräftigen Flossenschlägen durchpflügte Robbienchen das Wasser der Nordsee und war binnen kurzer Zeit bei den beiden am Strand.

Unsere drei Freunde besprachen das Vorgehen für den nächsten Tag und verabredeten, sich am frühen Morgen am Strand des Wattenmeers in der nähe des Hafens zu treffen.

So machten sich die Häschen Hipp und Hopp auf den Weg zu ihren Höhlen, sie hatten noch viele Dinge zu erledigen. Zunächst liefen sie in ihre Hasenwerkstatt, in der allerlei Werkzeuge gelagert waren, die sie auch für ihre Arbeit beim Osterhasen gebrauchten. In all den Regalen suchten sie nach Pinseln, mit denen sie die Ostereier anmalen und nach dünnen Weidenzweigen, aus denen sie Osterkörbchen bauen mussten. Außerdem brauchten sie eine Menge an buntem und glitzerndem Papier, in dem all die Leckereien aus Schokolade oder Marzipan liebevoll verpackt werden sollten.

Schnell war alles zusammen getragen, sie verstauten die Pinsel, Farben und die bunten Verpackungen in ihre Körbchen und legten sich frühzeitig in ihre kuscheligen Hasenbettchen, denn der morgige Tag würde sicherlich anstrengend werden. Sie stellen noch ihren kleinen Hasenwecker auf sechs Uhr, damit sie auch pünktlich den Treffpunkt im Hafen mit Robbienchen erreichen würden.

Sechs Uhr am anderen Morgen. Rrrrrrrrrrrrrrrr…….Riiiiiiiiingggggeling…… Ringeling...der Wecker schellte erbarmungslos und riss Hipp und Hopp aus ihren schönsten Träumen. Hipp und Hopp sprangen aus ihren Bettchen, rannten gemeinsam, damit es schneller ging, unter die Hasendusche, putzten ihre langen Nagezähne und schwangen ihre am Vortag gepackten Körbchen auf den Rücken. Die Hasenmama gab ihnen noch schnell einige Möhren aus der Vorratskammer, und so machten sie sich eilend auf den Weg zum Hafen, wo Robbienchen bestimmt schon wartete. Und tatsächlich Robbienchen winkte schon von weitem. Mit lautem
Hallo begrüßten sich die drei, und sie machten sich umgehend auf den Weg, das Festland zu erreichen. Robbienchen ließ sich langsam ins Wasser gleiten, Hipp und Hopp stellten sich auf ihren breiten Rücken und hielten sich an den Ledergurten, die Robbienchen um ihren Leib geschnallt hatte, fest.

Rauschend ging die Reise durch die Nordseewellen, vorbei an Juist und der langen Sandbank, auf der all die Freunde von Robbienchen noch die restlichen Stunden bis zum Sonnenaufgang schlummerten. Eine Fähre kam ihnen entgegen, und durch die hohen Wellen, die sie verursachte, wurden Hipp und Hopp ganz nass, und dabei hatten sie doch schon in ihrer Hasenwohnung ausgiebig geduscht.

Nach nur noch kurzer Zeit erreichten sie den Hafen von Norddeich, wo sie sich erst einmal ausgiebig schüttelten, um ihr Fell wieder zu trocknen. Mittlerweile zeigte die aufgehende Sonne ihre ersten goldenen Strahlen, die einen großen Bus auf dem Parkplatz in seiner gelben Lackierung und roten großen Rädern schnell erkennen ließen. Hipp, Hopp und Robbienchen liefen schnell zu dem Bus und schauten nach, ob es der für sie bestimmte ist. Richtig, ein großes Schild war vorne an dem Bus angebracht, auf dem zu lesen, war: Dieser Bus fährt zum Osterhasen. Hinter dem großen Lenkrad saß ein schon älterer Hase, sein Schnurrbart war schon etwas angegraut, und über seinen langen fast bis zu den Schulter reichenden Ohren trug er eine blaue Mütze mit glänzendem schwarzen Schirm. Im hinteren Teil saßen schon mehrere Häschen, alle sollten dem Osterhasen bei seinen Vorbereitungen helfen, alle Wünsche der Kinder, die ihm einen Brief geschrieben hatten, zu erfüllen.

Man begrüßte sich mit einem lauten Häschen-Hurra, Häschen Hurra, als der alte Busfahrer den Motor startete und sich das bunte Gefährt mit lautem Dröhnen und einer hellblauen Wolke aus dem Auspuff grollend in Richtung Osterhasenland in Bewegung setzte. Die Fahrt ging vorbei an kleinen Fischerhäusern, in deren Gärten schon die ersten Frühlingsblumen in all ihrer Farbenpracht erstrahlten. Kinder standen am Wegesrand und als sie den Osterhasenbus sahen, winkten sie den Häschen fröhlich zu in all der Erwartung, dass ihre Osterwünsche alle in Erfüllung gehen mögen.

Nur noch kurze Zeit dauerte die Fahrt im knatternden Bus, als der Fahrer ihn auf eine sehr holperige, aus großen Steinen gepflasterte Straße lenkte. Grüne Sträucher und Bäume neben saftigen Wiesen säumten den Weg, als der Bus vor einer riesigen hohen Mauer, in dem ein großes Tor eingelassen war, abrupt abgebremst wurde. „Alle aussteigen, bitte! Wir sind beim Osterhasen angekommen“, rief der Fahrer und öffnete die Türen. Hipp, Hopp, Robbienchen und all die anderen Häschen verließen den Bus und näherten sich dem riesigen Tor, an dem eine große Glocke angebracht war, die dem Osterhasen mitteilte, dass um Einlass gebeten wird. Robbienchen stellte sich hoch auf ihre starken Schwanzflossen und zog kräftig an der langen Glockenkette, so dass ein lautes „ding, dong“, „ding, dong“ ertönte und das riesige Tor kurzerhand von einem schwitzenden Hasen in einem langen mit Farbe verkleckertem Kittel geöffnet wurde. „Da seid ihr ja endlich“, meinte der Hase, „wir haben schon lange auf euch gewartet. Wir haben von so vielen Kindern Briefe mit ihren Wünschen bekommen und kommen mit unserer Arbeit kaum nach!“ „Hipp, Hopp und Robbienchen, ihr geht erst einmal auf die Poststelle vom Osterhasen, dort bekommt ihr einen Teil der Briefe mit all den Wünschen der Kinder.

Hipp, Hopp und Robbienchen standen plötzlich vor einem riesigen bunten Haus, der Osterhasenfabrik, in dem auch der Osterhase wohnte. Es war schon ziemlich alt, und die grünen Fensterläden vor blinden Fensterscheiben knarrten in ihren rostigen Angeln. Gleich hinter der Eingangstür befand sich ein großer gelber Tresen, hinter dem ein Hase damit beschäftigt war, die von den Kindern eingegangenen Briefe aus allen Städten in Deutschland zu sortieren. Unsere drei Freunde baten sogleich den Posthasen, er möge ihnen doch bitte einige Wunschbriefe der Kinder übergeben, wie es ihnen der Hase aufgetragen hatte, von dem
das große Tor geöffnet wurde. Im Osterhasenhaus herrschte überall emsiges Treiben, viele vom Osterhasen herbei gerufene Häschen waren damit beschäftigt, Eier bunt anzumalen, Ostereiernester herzurichten und kleinere Ostergeschenke zu bauen. Unsere drei Freunde packten ihr mitgebrachtes Werkzeug und die Pinsel aus ihren Körbchen und begannen gleich mit der Arbeit. Häschen Hipp half den anderen Häschen, Eier bunt zu bemalen, Hopp dagegen packte die Ostereier aus Schokolade liebevoll in das von ihnen mitgebrachte bunt glänzende Papier, während Robbienchen dabei half, alles in Kartons zu verpacken, damit es hinterher zu den Kindern transportiert werden konnte.

Alle an der Arbeit beteiligten Häschen kamen mächtig ins Schwitzen, denn in der Osterhasenfabrik war es mächtig warm, die riesige Eierkochmaschine und der nicht weniger große Schokoladenkocher strahlten eine enorme Wärme aus, die sich in der ganzen Osterhasenwerkstatt ausbreitete. Trotzdem machte die Arbeit allen sehr viel Freude, wenn sie daran dachten, dass alle Kinder zum Osterfest mit glänzenden Augen Ostereier oder auch kleine Geschenke im Garten oder gar in ihrem Kinderzimmer suchen, wo der Osterhase sie versteckt hatte.

So war Robbienchen weiter damit beschäftigt, die Kartons mit all den schönen Dingen zu füllen, um sie dann auf einer Laderampe hinter dem Osterhasenhaus nach Orten, in denen die Kinder wohnen aufzubauen und zu sortieren. Kleine bunte Osterhasenautos waren an der Rampe nebeneinander aufgereiht, sie sollten all die schönen Dinge in die einzelnen Orte, in denen die Kinder zu Hause sind, transportieren. Der Osterhase selbst , ein vornehmer Kerl von großer Statur, war dafür verantwortlich, in welche Autos die Geschenke gepackt werden mussten, denn er musste sie ja zu Ostern zu den Kindern bringen und an geheimen Plätzen im
Garten oder im Haus verstecken. Hipp, Hopp und Robbienchen gab er den Auftrag, alle Ostergeschenke für die Kinder zunächst im Wäldchen in einer geschützten Höhle zu lagern, von wo aus der Osterhase dann zum Fest die Verteilung an die Kinder vornehmen wollte.
So vergingen viele Tage, an denen fleißig gearbeitet wurde, das Osterfest nahte und all die Geschenke für die Kinder mussten auf die Reise geschickt werden. An jedes der kleinen bunten Osterhasenautos waren vom Osterhasen Schilder angebracht worden, in welche Stadt es fahren musste, um all die Geschenke an den richtigen Ort zu bringen. Hipp, Hopp und Robbienchen gingen durch die Reihen und entdeckten an ihrem Osterhasenexpress das Schild mit der Aufschrift „Norderney“. Schon kam auch ein etwas älterer Hase in einem chicen blauen Anzug und forderte unsere drei Freunde auf, in dem Hasenmobil Platz zu nehmen, um
den Rückweg zunächst bis Norddeich und dann nach Norderney anzutreten. So verabschiedeten sie sich von all den Helfern des Osterhasen und vom Osterhasen selbst, als der Motor des Osterhasenautos auch schon mit einem dumpfen Brummen gestartet wurde.
Zurück ging es zunächst wieder über den holprigen Weg, um dann auf der Landstrasse wieder nach Norddeich zurück zu kehren. Aber wie sollten sie die vielen Geschenke für die Kinder von Norddeich nach Norderney schaffen? Robbienchen konnte unmöglich alles auf ihren breiten Rücken schnallen, um es auf diese Weise durch das Meer auf die Insel zu bringen, es würde alles nass und dadurch beschädigt werden. Robbienchen hatte plötzlich die Idee und sagte zu Hipp und Hopp: „ Ihr habt doch noch das Floss, mit dem ihr damals nach Afrika gesegelt seid, am Strand des Wattenmeers liegen. Ihr müsst eure Hasenmama und Hasenpapa auf dem Möhrentelefon anrufen, damit sie mit dem Floss nach Norddeich kommen.“
„Robbienchen, das ist ein toller Gedanke“ meinten Hipp und Hopp und riefen umgehend in der Hasenwohnung in den Dünen von Norderney bei den Haseneltern an. Hasenmama und Hasenpapa versprachen, sofort zum Floss zu hoppeln, die Leinen zu lösen, das Segel zu setzen. Es wehte eine gute Brise, und so kamen die Hasenmama und der Hasenpapa mit dem Floss gut voran, so dass sie den Strand von Norddeich schon bald erreichten.
Unterdessen hatte der Fahrer des Osterhasen das knallgelbe Auto ganz an das Wasser der Nordsee gefahren, damit sie die Pakete bequem und unbeschadet auf das Floss laden konnten, als sie schon das Segel, das sie damals aus großen Decken zusammen genäht hatten, auf halben Weg von Norderney nach Norddeich entdeckten. Da es noch einige Zeit dauern würde, bis die Haseneltern den Strand erreichen würde, nutzte Robbienchen die Zeit, in die Nordsee abzutauchen, um sich einige Fische zu fangen, denn sie hatte nach der Autofahrt großen Hunger bekommen. Hipp und Hopp hatten noch Möhren und Salat in ihren Körbchen, die sie
erst einmal genüsslich verzehrten. Nach diesem üppigen Mahl machten sie es sich am Strand gemütlich und ruhten sich erst einmal von all den Strapazen aus. Auch Robbienchen hatte ihren Hunger gestillt und gesellte sich zu Hipp und Hopp.

Das laute Bimmeln einer Glocke, das Hipp und Hopp sehr vertraut war, holte unsere drei Freunde aus ihren Träumen. Das Floss mit der Hasenmama und dem Hasenpapa war am Strand von Norddeich gelandet. Alle umarmten sich herzlich und freuten sich auf das Wiedersehen nach mehreren Tagen. Sogleich begannen alle damit, auch der Fahrer des Osterhasen half noch kräftig mit, all die vom Osterhasen auf die Reise geschickten Geschenke aus dem gelben Auto auszuladen und auf das Floss zu tragen , dort sorgfältig zu stapeln und mit Seilen fest zu zurren, damit sie auf der Rückreise nach Norderney auch nicht über Bord des Flosses in die Nordsee fallen konnten.

Nachdem alles auf dem Floss verstaut war, nahmen unsere Freunde herzlichen Abschied vom Fahrer des Osterhasen, der ja noch einen weiten Weg zurück zu fahren hatte. Der Wind hatte merklich nachgelassen, ja es war fast windstill geworden über der Nordsee, ein Segeln nach Norderney war fast unmöglich. Wieder war es Robbienchen, die die zündende Idee hatte. Ruck zuck sprang sie in die Nordsee und schwamm mit kräftigen Flossenschlägen in Richtung Sandbank vor Juist, wo sich alle ihre Freunde aufhielten. Schnell erzählte Robbienchen ihnen, welche Probleme Hipp und Hopp auf Grund der Windstille mit Ihrem Floss hatten, als sich sofort zehn Robben bereit erklärten, mit Robbienchen nach Norddeich zu schwimmen, um das Floss mit vereinten Kräften nach Norderney zu ziehen.

Hipp und Hopp mit ihren Haseneltern waren hoch erfreut, als sie die ganze Schar der lieben Robben sahen, die sie aus dieser misslichen Lage befreien wollten. Schnell waren die auf dem Floss befindlichen langen Seile aus der Kiste geholt, die Robben banden sie sich um ihre vom Wasser glänzende Haut, und hurra, mit vereinten Kräften zogen sie das schwere Floss in die Nordsee hinein, geradewegs nach Norderney. Beschwerlich war die lange Fahrt durch das Wattenmeer, aber sie gaben nicht auf, mit vereinten Kräften hielten sie durch bis zum Schluss und erreichten schließlich ihr Ziel.

Aber um all die zwar noch in Kartons verpackten Ostergeschenke vor eventuell neugierigen Blicken der Kinder zu verbergen, mussten alle noch einmal kräftig mit zupacken, um alles in dem vorübergehenden Versteck, einer Riesenhöhle, im Wäldchen zu verstauen, wo es bis zum bevorstehenden Osterfest lagern sollte. Dann würde der Osterhase selbst nach Norderney kommen und all die Ostergeschenke an die Kinder verteilen.

Als auch diese Arbeit zur Zufriedenheit aller erledigt war, verabschiedeten sie sich alle voneinander, Robbienchen kehrte mit ihren Freunden auf ihre Sandbank vor Juist zurück, und Hipp und Hopp machten sich mit ihren Haseneltern auf den Heimweg in die Dünen in ihre warme, kuschelige Hasenwohnung. Aber bevor sie sich in ihr molliges Hasenbettchen legen konnten, mussten sie zunächst noch den Osterhasen davon unterrichten, dass alle die ihnen von ihm aufgetragenen Arbeiten erledigt waren. So griffen sie noch einmal zu ihrem Möhrentelefon und riefen ihn. Der Osterhase war hoch erfreut und sagte den beiden zu, pünktlich zum Osterfest auf die Insel Norderney zu kommen, um all die Geschenke an die Kinder selbst zu verteilen, ja im Garten, der Wohnung oder im Kinderzimmer zu verstecken. Endlich hatten Hipp und Hopp alle Aufgaben erledigt, nun konnten sie sich endlich in ihr Hasenbettchen legen. Sie versuchten einzuschlafen, doch das war schwer, immer wieder dachten sie an das Haus des Osterhasen, an die vielen Ostereier und Geschenke, und stellten sich vor, wie sich die Kinder mit roten Wangen überall auf die Suche machten, um all die schönen Dinge zu finden, die ihnen der Osterhase in aller Frühe des Ostertages gebracht und geheimnisvoll versteckt hatte. Im diesen Gedanken schliefen Hipp und Hopp dann endlich ein, in der Hasenstube war es mittlerweile dunkel geworden.

Langsam verstrichen die Tage bis zum Osterfest, Hipp und Hopp trafen sich bisweilen mit Robbienchen am Strand, sie spielten hier und heckten dort auch einige Streiche aus. Sie waren froh gelaunt und waren voller Erwartung, denn am nächsten Tag war Ostern, und der Osterhase wollte ganz früh am Morgen zu ihnen kommen, um die Ostergeschenke zu verteilen. Wie sie hörten, wollte der Osterhase mit dem Hubschrauber kommen. Das war auch notwendig, denn wie sollte er es sonst schaffen, alle Kinder an einem Tag gleichzeitig mit Ostergeschenken zu bedenken.

Am nächsten Morgen, dem Ostersonntag, trafen sich Hipp und Hopp mit Robbienchen in aller Frühe des Tages in den Salzwiesen hinter dem Deich, es war noch ziemlich dunkel, die Sonne war am Horizont im Osten noch nicht zu sehen, als sie aus weiter Ferne ein dröhnendes Knattern am Himmel hörten. Zuckende Lichter in weiß, rot und grün konnten sie ausmachen, das musste der Hubschrauber des Osterhasen sein. Gespannt starrten sie in die Dunkelheit, das Knattern kam immer näher, und plötzlich ganz langsam senkte sich ein hellroter Hubschrauber der Erde entgegen. Eine riesige gelbe, mit Goldrändern verzierte Schleife, schmückte ihn, vorne war in großen Buchstaben „Osterhase“ zu lesen. Zwei Hasen in einer blauen Uniform hatten den Hubschrauber geflogen, mit hochgestellten, wachsamen Ohren, hatten sie ihn sicher in den Salzwiesen gelandet.

Stolz, mit vorgestreckter Brust, und in festlicher Robe gekleidet, verließ der Osterhase den Hubschrauber und kam direkt auf Hipp, Hopp und Robbienchen zu. Die Sonne blinzelte mit ihren ersten Strahlen am Horizont und ließ den Osterhasen in diesem wunderschönen Licht sehr ehrwürdig erscheinen. Herzlich begrüßte er unsere drei Freunde, dann machten sie sich auf den Weg zu der Höhle im Wäldchen, in der all die Geschenke des Osterhasen, die er nun an alle Kindern verteilen und verstecken musste, aufbewahrt waren.
Eine lange Liste, auf der alle Namen und Ostergeschenke für die Kinder vermerkt waren, breitete der Osterhase vor sich aus. Seinen riesigen Korb stellte er daneben, und packte nach und nach die vielen Ostereier und Geschenke für die Kinder hinein. Da so viele Kinder, die noch in ihren Bettchen schliefen, zu besuchen waren, halfen ihm Hipp, Hopp und Robbienchen, so gut wie sie konnten.

Mühsam war die Arbeit für alle, denn manchen Gartenzaun mussten sie überklettern, durch manches Fenster und Hausflure mussten sie schleichen, um ein geeignetes Versteck für all die Leckereien und Geschenke zu finden. Es verging eine lange Zeit, bis der Osterhase alle Kinder bedacht hatte, aber er konnte keine Pause machen, schnellstens musste er zurück zu seinem Hubschrauber, der immer noch in den Salzwiesen stand, denn noch viele, viele Kinder warteten auf ihn. Hipp, Hopp und Robbienchen begleiteten ihn auf dem Weg dorthin, verabschiedeten ihn und wünschten ihm auch nach all den Strapazen ein frohes, friedliches Osterfest.

Hipp, Hopp und Robbienchen machten sich nun auch auf den Heimweg, auch sie wollten das Osterfest mit ihrer Hasenfamilie und allen Freunden froh und friedlich begehen.
Gern hätten sie allerdings in all die glücklichen, lachenden Augen der Kinder immer dann geschaut, wenn sie ein glitzerndes Osterei oder ein liebevoll eingepacktes Geschenk in einem vom Osterhasen ausgesuchten Versteck gefunden hatten …

Kleschnitzki@t-online.de
Kleschnitzki, Jürgen
Schulzenstr. 22
26548 Norderney
ist alleiniger Urheber dieser Kurzgeschichte und hat alle Rechte darauf
Zuordnung: Geschichten vom Osterhasen