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Historische Eindrücke der Insel und Nordseeheilbades Norderney

Um 1550 lebten ungefähr 80 Personen auf der Insel Norderney. 1709 werden 304 Einwohner gezählt und 54 Häuser genannt. Die Insulaner lebten vom Fischfang und verdienten an der Bergung von Strandgut ihr Geld. Die Insel Norderney war Herrenland, und ihre Bewohner der privaten Disposition des Landesherrn unterworfen. Als dessen Vertreter übte ein Vogt die Verwaltung aus, der auch die Polizeigewalt besaß. 

Im Jahr 1797 bot der Vogt Johann Gerhard Feldhausen den ostfriesischen Landständen die Einrichtung eines privaten Seebades an. Auf Empfehlung von Dr. Friedrich Wilhelm von Halem beschlossen die Stände im gleichen Jahr, auf Norderney ein öffentliches Seebad einzurichten, was durch den König Friedrich Wilhelm II. von Preußen genehmigt wurde. Die offizielle Eröffnung der Seebadeanstalt  Norderney erfolgte zu Badesaison im Jahr 1800. Bereits ein Jahr zuvor ist ein hölzernes, strohgedecktes Konversationshaus mit kleinem Kursaal errichtet worden. Im Jahr 1800 dann ein Warmbadehaus. 250 Kurgäste besuchten zur damaligen Zeit die Insel Norderney, deren Zahl bis 1804 auf 500 Gäste anstieg.

Ostfriesland und damit auch die Insel Norderney wurden 1815 Teil des Königsreichs Hannover. Das Kurhaus wurde 1822 neu gebaut und 1840 erweitert und die Kuranlagen ausgedehnt. Von 1836 bis 1865 wählte der hannoversche Kronprinz Georg, ab 1851 König von Hannover, die Insel Norderney als Sommerresidenz. Zur Unterbringung der königlichen Familie wurde 1837 das heutige Kurhaus errichtet. In den Jahren danach entwickelte sich das Seebad zum exklusiven Treffpunkt des Adels und der Kunstwelt. Die Anzahl der Inselbesucher hatte sich bis zum Ende des Jahres 1866 auf 3110 erhöht, und die Zahl der Einwohner war auf 1431 angestiegen.

Ab 1866 profitierte das Seebad Norderney vom Gründerboom und entwickelte sich zum Welt- und Modebad. Durch den Sommeraufenthalt des Reichskanzlers Bernhard von Bülow stand das Seebad im Blickfeld der Diplomatie und der deutschen Reichspolitik. Bis 1914 nahm die Einwohnerzahl auf 4261 zu, und die Zahl der Kurgäste erreichte fast 40.000. Während des ersten Weltkrieges wurde die Insel zu einer Seefestung ausgebaut und in Hafennähe entstand die größte Seeflugstation an der deutschen Nordseeküste.

1936 näherte sich die Anzahl der Kurgäste wieder denen des Jahres 1914, darunter auch viele Urlauber der Gemeinschaft Kraft durch Freunde (KdF). Während der Saison im Jahr 1939 war deren Zahl bis auf 48.000 angestiegen, als der zweite Weltkrieg ausbrach. Die Insel Norderney blieb dabei von größeren Luftangriffen verschont. Im Mai 1945 den kanadischen Truppen übergeben, richtete die britische Besatzungsmacht auf Norderney ein Erholungszentrum ein. Zugewiesene Flüchtlinge und Vertriebene ließen bis 1948 die Einwohnerzahl auf 8.127 ansteigen, und bereits 26.450 Besucher kamen auf die Insel, um sich hier zu erholen. 1959 wurden dann schon mehr als 100.000 Inselbesucher gezählt, deren Zahl bis heute auf mehr als 300.000 angestiegen ist. Mit mehr als 3,1 Millionen Übernachtungen zählt die Insel Norderney zu den größten Fremdenverkehrsorten des Landes Niedersachsen und ist eines der größten Deutschen Seebäder.